Wadi Rum - die schönste Wüste Jordaniens (2. Stopp)

Wadi Rum liegt etwa eine Autostunde von Aqaba entfernt. Sie gilt als die schönste und grösste Wüste Jordaniens. Die Wüste wurde 2011 von UNESCO mit einer Fläche von 74.000 Hektaren als Schutzgebiet erklärt. Wadi Rum ist eines der wichtigsten touristischen Ziele in Jordanien. Beliebt ist sie nicht nur bei Touristen, sondern auch bei den Einheimischen. So ziehen sich auch die Einheimischen gerne mal für ein paar Tage von der Stadt in die Wüste zurück, um dort neue Kraft aufzutanken oder über das eigene Leben nachzudenken.

 

Bei den Touristen sind vor allem das Übernachten unter dem Sternenhimmel, Reiten mit Araberpferden und Dromedaren und das Wandern und Bergsteigen sehr beliebt. Für die dort lebenden Beduinen sind diese touristischen Aktivitäten ihre Haupteinnahmequelle. 

Geografische Eigenschaften

Wadi Rum ist ein Gebiet mit einer Länge von etwa 100 Kilometern und einer Breite von etwa 60 Kilometern.  Mit einer Höhe von 800 Metern über dem Meeresspiegel ist Wadi Rum an sich schon relativ hoch gelegen. Die steil in die Höhe ragenden Felswänden, die es überall zu sehen gibt, kennzeichnen die Tallandschaft von Wadi Rum. Die höchsten Gipfel in der Wüste sind der 1832 Meter hohe Jebel Um Adaami und der 1754 Meter hohe Jebel Rum. 

 

Im Sommer liegen die Temperaturen durchschnittlich bei 35°C . Im Winter können die Temperaturen jedoch bis knapp über 0°C  fallen. Auch nachts kann es in der Wüste ziemlich schnell abkühlen. Regen gibt es in Wadi Rum selten, es kann aber vorkommen, dass es zwischen Oktober bis März regnet oder sogar auch mal schneit. Der Januar ist mit etwa 50 mm Niederschlag am feuchtesten.

 

Was Wadi Rum so speziell macht sind seine rötlichen Felswände, die aus Sandstein und Granit bestehen. Auch diverse Felszeichnungen sind in Wadi Rum zu sehen, die von früheren Kulturen zeugen, welche über Jahrhunderte dort gelebt haben. Da es in Wadi Rum nachts sehr dunkel ist und es kaum künstliches Licht hat, kann man bestens den wunderschönen Sternenhimmel betrachten. Vor allem die Milchstrasse ist sehr gut erkennbar. 


Beduinen in Wadi Rum

Beduinen sind die nomadischen Wüstenbewohner Jordaniens. Prozentual leben in Wadi Rum nur wenige Beduinen. Die Beduinen in Wadi Rum gelten  im Vergleich zu den Beduinen in Petra als sehr gastfreundlich und hilfsbereit. Auch wir haben das so erlebt. Spannend ist es vor allem, zu sehen, wie die Beduinen noch heute in den einfachsten Verhältnissen leben. Zwar besitzen die meisten ein Handy und manchmal ein Jeep, dafür leben sie noch wie vor 2000 Jahren. Sie schlafen in Zelten oder Höhlen, ziehen mit ihren Ziegen- oder Dromedarherden umher, leben in Grossfamilien und tragen meistens die selbe Kleidung Tag für Tag. Sie leben hauptsächlich von der Viehzucht. Unter anderem züchten sie Dromedare, Schafe und Ziegen, für die sie in der Wüste und vor allem in den Randzonen der Wüsten Weideplätze suchen. 

 

Die Beduinen sind Araber und folgen in grosser Mehrheit dem Islam. Speziell ist, dass die Beduinen noch heute oft mehr als eine Frau haben. Der Koran verbietet dies zwar nicht, besagt aber, dass der Mann beiden Frauen gleich gerecht werden muss. Sonst soll er nur eine Frau haben. Der Beduine, mit dem wir in der Wüste unterwegs waren, hatte beispielsweise zwei Frauen und von beiden je 10-12 Kinder. Ich glaube insgesamt hatte er 24 Kinder, bin mir da aber nicht mehr so sicher. Aber sicher über 20. Am Anfang hatte ich nicht so ein Verständnis dafür. Aber unser Reiseleiter sagte, dass die Kinder für die Beduinen und allgemein für die Jordanier eine Art AHV sind. Die Kinder unterstützen die Eltern bei der Arbeit und das Geld, das sie verdienen, kommt alles in dieselbe Kasse. 

 

Leider führt dies oft dazu, dass viele Kinder der Beduinen Analphabeten sind und nicht zur Schule gehen. Bei den Beduinen ist das normal so, und ich denke, dass ist auch der Grund, warum es immer noch Beduinen gibt.  In Wadi Rum gibt es nur eine Jungen- und eine Mädchenschule. D.h. wenn die Beduinen genug Einnahmen von den Touristen generieren können, können sie auch ein paar ihrer Kinder in die Schule schicken. 


Aktivitäten in Wadi Rum

Wie bereits oben erwähnt sind die touristischen Aktivitäten die Haupteinnahmequelle der Beduinen. Die Beduinen bieten verschiedene Aktivitäten an wie z.B.  Geländewagen-Touren mit Fahrer, Dromedar reiten, Klettern, Wandern, Rundflüge, Übernachtungen in Beduinezelten usw. Die Aktivitäten können teilweise auch übers Internet gebucht werden. Eine gute Webseite dazu findet ihr hier.

 

Sehr empfehlenswert ist die 5-stündige Jeep-Tour, die wir gemacht haben . Wir sind mit einem 4x4 durch die wunderschöne, endlose Wüste gefahren, begleitet von zwei Beduinen. Sie haben uns die schönsten Orte gezeigt, abseits der normalen Touristenroute. Wir sind während der 5-stündigen Jeep-Tour niemandem ausser einem Beduinen mit Kamelen begegnet. Sonst war absolute Stille und wir befanden uns fernab jeglicher Zivilisation. Wir sahen Felsformationen wie z.B. vom Wind geformte Felsbögen, die Titanic, die sieben Säulen der Weisheit und auch verlassene Beduinenorte, die man nur durch den dort gelassenen Abfall (teilweise sogar Möbel) erkennen konnte. Am Abend haben wir dann noch den Sonnenuntergang mitten in der Wüste genossen. Das war mein persönliches Highlight! Und ein absolutes MUST, wenn ihr in Wadi Rum seid.


Übernachtung in Wadi Rum

Das Übernachten in der Wüste ist sehr beliebt bei den Touristen. Die Beduinen haben dazu Zeltanlagen zum Campen oder Glampen errichtet. Wichtig ist, genügend warme Kleidung mitzunehmen, da es in der Nacht sehr kalt werden kann (bis 4 Grad). Folgende Zeltanlagen in Wadi Rum sind bekannt:

 

  • Al-Remal Al-Wardeah Tourist Camp, Wadi Rum
  • Bayt Ali Tourist Camp
  • Bedouin life style camp
  • Captain Desert Camp
  • Hillawi Camp
  • Jabal Rum
  • Milky Way Camp
  • Wadey AlQmar Castel Torism Camp
  • Zawaydeh Camp 

Wir waren mit unserer Gruppe im Jabal Rum Camp, einem zweistern Zeltcamping. Es gibt dort mehr als 60 Zelte. Als wir im Jabal Rum Camp waren, waren wir jedoch die einzigen, die dort übernachtet haben. Das Jabal Rum Camp wird von gastfreundlichen Beduinen betrieben, die für uns eine richtige Show hingelegt haben. Am Abend, als wir von der Wüstensafari zurückkamen, erwartete uns nämlich ein leckeres Festessen, dass die Beduinen extra für unsere kleine Reisegruppe über mehrere Stunden hinweg zubereitet hat. Danach gabs eine Überraschung.  Wir feierten eine traditionelle, beduinische Hochzeit. Zwei von meiner Klasse waren die "Auserwählten" (ich zum Glück nicht ;-)), sie wurden verkleidet, und danach wurde gesungen und getanzt bis unsere Beine nicht mehr mithalten wollten. Das war sooo lustig und ein unvergessliches Erlebnis! Dann sassen wir noch stundenlang am Lagerfeuer und betrachteten den allerschönsten Sternenhimmel, den wir je gesehen haben. Als die traditionelle Hochzeit fertig war, haben sie dann noch "moderne" Musik abgespielt, wie z.B. La la la oder Waka Waka von Shakria. Das war sehr amüsant :-).


Fazit

Wie ihr vielleicht schon herausspüren konntet, war Wadi Rum ein absolutes Highlight für mich! Es war das erste Mal, dass ich in der Wüste unterwegs war und sogar auch dort übernachtet habe. Die Stille und diese atemberaubende Schönheit haben mich völlig in den Bann gezogen. Es waren sehr lehrreiche Tage in Wadi Rum, wo wir viel über die Kultur und die Lebensart der Beduinen gelernt haben. Ich hoffe, dass ihr einen guten Einblick erhalten habt, was und wo Wadi Rum ist und wie ihr eure Zeit in Wadi Rum verbringen könnt. Wadi Rum ist sehr zu empfehlen und wenn ihr Tipps braucht, versuche ich gerne, euch weiterzuhelfen. :-)

 

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